Metabolisches Syndrom

Informationen für Betroffene und Angehörige

Therapie des Metabolischen Syndroms

Für das Metabolische Syndrom, welches eine Kombination aus bauchbetontem Übergewicht, veränderten Blutfettwerten, Bluthochdruck und Insulinresistenz bzw. Diabetes mellitus Typ II darstellt, gibt es bisher keine einheitliche medikamentöse Therapie. So werden die Erkrankungen des Metabolischen Syndroms einzeln und unabhängig voneinander behandelt. Obligat ist allerdings eine Änderung der Lebensweise, um auf den Verlauf der einzelnen Erkrankungen und damit auf das Metabolische Syndrom Einfluss zu nehmen und um kardiovaskulären Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vorzubeugen. Die Grundlage für die erfolgreiche Behandlung des Metabolischen Syndroms ist eine ausgewogene Ernährung, genügend Bewegung, Gewichtsreduktion und außerdem Stressabbau, Nikotin- und Alkoholverzicht.

Ernährungsumstellung als Chance

Bereits eine Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung verbessern die Stoffwechselsituation. Dies wirkt sich letztendlich positiv auf das bauchbetonte Übergewicht, die veränderten Blutfettwerte, den Bluthochdruck und die Insulinresistenz aus. Eine ausgewogene Ernährung sollte ballaststoffreich und fettarm sein. Die Mahlzeiten sollten weder übermäßig noch kalorienreich sein. Zucker und Süßigkeiten sollten vermieden werden. Empfohlen wird eine abwechslungsreiche Kost, bestehend aus Vollkornprodukten wie Vollkornbrot oder Vollkornnudeln, Naturreis, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Obst, Trockenobst, Gemüse, Salat, Rohkost und fettarmen Milchprodukten.

Zu einer fettarmen Ernährung gehört es vorab, tierische und pflanzliche Fette zu unterscheiden. Tierische Fette enthalten gesättigte Fettsäuren, welche den Cholesterinspiegel erhöhen. Pflanzliche Fette hingegen enthalten ungesättigte Fettsäuren, welche den Cholesterinspiegel senken. Gesättigte Fettsäuren befinden sich bspw. in Wurstwaren, Butter, Eiern oder Fleisch. Ungesättigte Fettsäuren befinden sich in Nüssen, Pflanzenölen und Fisch wie Lachs oder Hering. Dementsprechend sollten tierische Fette eingeschränkt bzw. durch pflanzliche Fette ersetzt werden. Zudem sollte sich täglich ausreichend bewegt werden. Effektiv sind ausgedehnte Spaziergänge, Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren und andere gelenkschonende Aktivitäten oder Sportarten. Darüber hinaus sollte Stress abgebaut werden. Hier bieten sich z. B. Entspannungsübungen, Yoga oder Autogenes Training an.

Medikamentöse Behandlung des Metabolischen Syndroms

Parallel zur Änderung der Lebensweise können für die Behandlung der veränderten Blutfettwerte, des Bluthochdrucks und der Insulinresistenz bzw. Diabetes mellitus Typ II Medikamente verordnet werden. Diese Möglichkeit kommt erst infrage, wenn eine Ernährungsumstellung und die regelmäßige Bewegung nicht ausreichen.

Zur Behandlung der veränderten Blutfettwerte werden sog. Lipidsenker eingesetzt. Dazu zählen Cholesterin-Synthese-Hemmer (Statine), Cholesterin-Resorptions-Hemmer oder Fibrate. Um den Blutdruck zu senken, werden unter anderem ACE-Hemmer, Beta-Blocker und Kalzium-Antagonisten verwendet. Daneben sollte auf eine kochsalzarme Ernährung geachtet werden. Bei einer Insulinresistenz genügen i. d. R. Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, regelmäßige Bewegung und Gewichtsreduktion. Der Entstehung eines Diabetes mellitus Typ II kann auf diese Weise entgegengewirkt werden. Ein bestehender Diabetes mellitus Typ II wird mit Wirkstoffen wie Metformin oder Sulfonylharnstoffen behandelt. Im späteren Verlauf kann eine Insulintherapie notwendig sein.

Christa Windmüller

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