
Die Gründe für die Entstehung des Metabolischen Syndroms sind vielseitig. Sowohl genetische Faktoren als auch eine ungesunde Lebensführung können Ursachen sein. Dazu gehören eine fehlerhafte Ernährung, mangelnde Bewegung, Rauchen oder langanhaltender Stress. Da vor allem Ernährung und Bewegung großen Einfluss auf den Stoffwechsel haben, können sie, bei Vernachlässigung, das Risiko eines Metabolischen Syndroms deutlich steigern. Als besonders gefährlich gilt das bauchbetonte Übergewicht, da es eine Belastung für die Gefäße der Betroffenen darstellt. Die Einnahme von zu viel Cholesterin, in Form von tierischen Fetten, kann sich negativ auf die Blutfettwerte auswirken.
Entstehung des Metabolischen Syndroms
Dem Metabolischen Syndrom bzw. der Kombination von Erkrankungen, die dieses beschreibt, liegen verschiedene Faktoren zugrunde. Neben der genetischen Disposition spielt eine ungesunde Lebensweise bei der Entstehung des Metabolischen Syndroms eine wesentliche Rolle. Zu einer ungesunden Lebensweise gehören z. B. Fehlernährung, Bewegungsmangel, Rauchen oder Disstress (negativer Stress). Disstress ist ein andauernder Stress, der als negativ und überfordernd empfunden und der nicht ausgeglichen wird. Eustress dagegen meint positiven Stress.
Entstehung des Metabolischen Syndroms durch Bewegungsmangel und Fehlernährung
Bei der Entstehung des bauchbetonten Übergewichtes, der veränderten Blutfettwerte, des Bluthochdrucks, der Insulinresistenz und letztendlich des Metabolischen Syndroms kommt der falschen Ernährung eine sehr große Bedeutung zu. I. d. R. handelt es sich dabei um eine zu ballaststoffarme bzw. eine zu fett- und kalorienreiche Ernährung. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Entstehung des Metabolischen Syndroms ist der Bewegungsmangel. Muskuläre Aktivität steigert den Grundumsatz bzw. den Energieverbrauch des Körpers und nimmt so Einfluss auf sämtliche Stoffwechselvorgänge. Zu wenig Bewegung lässt den Stoffwechsel träge und inaktiv werden. Dementsprechend haben eine übermäßige Ernährung und zu wenig Bewegung erhebliche Auswirkungen auf den Stoffwechsel und begünstigen so die Entstehung des Metabolischen Syndroms. Von diesen Auswirkungen sind außer dem Herz- und Gefäßsystem noch andere Organsysteme wie das Hormon-, Nerven- oder Immunsystem betroffen.
Das bauchbetonte Übergewicht beim Metabolischen Syndrom
Bauchbetontes Übergewicht, das insbesondere eine Folge von Ernährungsfehlern und Bewegungsmangel ist, kann wiederum die Entstehung weiterer Risikofaktoren begünstigen. Dies sind vor allem die veränderten Blutfettwerte, der Bluthochdruck und die Insulinresistenz. Darüber hinaus kann das bauchbetonte Übergewicht, wie auch die eben genannten Erkrankungen, zur Entstehung von kardiovaskulären Komplikationen, also zu Erkrankungen an Herz und Gefäßen führen. Zu diesen Komplikationen zählen z. B. Arteriosklerose, Durchblutungsstörungen, Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Das jeweilige Übergewicht lässt sich anhand des Taillenumfanges und des BMI (Body-Mass-Index) festmachen (siehe Diagnose des Metabolischen Syndroms).
Die Bluttfettwerte beim Metabolischen Syndrom
Bei den veränderten Blutfettwerten bzw. der Fettstoffwechselstörung, die einen Faktor des Metabolischen Syndroms ausmachen, sind das Cholesterin und die Triglyzeride entscheidend. Cholesterin produziert der Körper selbst. Bei übermäßiger Zufuhr von außen, durch tierische Fette, steigt der Cholesterinspiegel (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin) an, was in den Arterien schließlich zur Entstehung von arteriosklerotischen Ablagerungen, welche cholesterinhaltig sind, führt. Triglyzeride sind Neutralfette, die der Körper teilweise selbst herstellt. Ein Großteil dieser Neutralfette wird jedoch mit der Nahrung aufgenommen. Ein Zuviel an zugeführter Energie wandelt der Körper in Neutralfette um und speichert dies als Depotfett im Körper.
Bluthochdruck und Insulinresistenz beim Metabolischen Syndrom
Eng verknüpft mit den veränderten Blutfettwerten beim Metabolischen Syndrom sind der Bluthochdruck und die Insulinresistenz. Aufgrund der cholesterinhaltigen, arteriosklerotischen Ablagerungen in den Endabschnitten der Arterien (Arteriolen) kann es zur Entstehung von Bluthochdruck kommen. Die Arteriolen sind für die Blutdruckregulation zuständig und verlieren ihre Elastizität. Zudem nimmt eine Insulinresistenz negativ Einfluss auf die Blutfette und auf den Blutdruck.
Christa Windmüller
Das Metabolische Syndrom setzt sich aus vier verschiedenen Krankheiten zusammen, die zeitlich unabhängig voneinander entstehen können. Dabei handelt es sich um Übergewicht, veränderte Blutfettwerte, Bluthochdruck und eine Störung des Zuckerstoffwechsels. Werden drei dieser Erkrankungen bei dem Patienten festgestellt, spricht man vom Metabolischen Syndrom. Die Kombination dieser Erkrankungen kann zu weiteren Gefäßkomplikationen führen, wie z. B. einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Männer und Frauen sind im gleichen Maße von der Erkrankung betroffen. Da die Krankheit in vielen Fällen am Anfang noch keine Symptome aufweist, wird sie häufig erst spät entdeckt.
Da sich das Metabolische Syndrom aus mehreren Krankheiten zusammensetzt, gibt es keine einheitliche Behandlungsmethode. Jede Erkrankung muss entsprechend ihrem Krankheitsbild therapiert werden. Eine veränderte Lebensführung ist aber in jedem Fall anzuraten, da sie den weiteren Verlauf der Erkrankungen positiv beeinflussen kann. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, Stressabbau sowie der Verzicht auf Nikotin und Alkohol. Bei der Ernährung sollte darauf geachtet werden, dass sie ballaststoffreich und fettarm ist, wobei hier nur auf tierische und nicht auf pflanzliche Fette verzichtet werden sollte. Medikamente werden nur dann verabreicht, wenn eine alleinige Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht ausreicht.
Da sich das Metabolische Syndrom aus bauchbetontem Übergewicht, veränderten Blutfettwerten, Bluthochdruck und einer Insulinresistenz zusammensetzt, informiert der Bereich Wissenswertes über wichtige Begriffe zu diesen Erkrankungen. So ist z. B. für die Blutfettwerte vor allem das Cholesterin im Körper ausschlaggebend. Worum es sich beim Cholesterin genau handelt und inwiefern Lipoproteine für den Transport des Cholesterins relevant sind, wird in diesem Glossar erläutert. Auch findet man Informationen zum Fettstoffwechsel und Aufklärung über die unterschiedliche gesundheitliche Bedeutung von bauch- und hüftbetonter Fettverteilung.
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