Metabolisches Syndrom

Informationen für Betroffene und Angehörige

Diagnose des Metabolischen Syndroms

Das Metabolische Syndrom, welches sich durch das gleichzeitige Auftreten von bauchbetontem Übergewicht, veränderten Blutfettwerten, Bluthochdruck und Insulinresistenz definiert, beginnt i. d. R. schleichend und bleibt dementsprechend lange unbemerkt. Wenn Symptome auftreten, liegen mitunter schon Gefäßkomplikationen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Schlaganfall vor.

Eine klassische bzw. allgemein anerkannte Formel zur Diagnosestellung des Metabolischen Syndroms gibt es bisher nicht. Ebenfalls ist das Metabolische Syndrom noch nicht im weltweit gültigen ICD-10 Katalog erfasst. Allerdings haben sich mittlerweile einige Kriterien durchgesetzt, anhand derer ein Metabolisches Syndrom diagnostiziert werden kann. Hierbei handelt es sich um Richtlinien der WHO (Weltgesundheitsorganisation), der IDF (Internationale Diabetes-Föderation) und NCEP-ATP-III (National Cholesterol Education Program). Wobei sich die Einteilung der WHO und der IDF u. a. an der Insulinresistenz und die der NCEP-ATP-III u. a. am Lebensstil orientiert. Dennoch sind die Ursachen, die Risikofaktoren und die diagnostischen Parameter dieselben. Ausgegangen wird bei allen Klassifikationen vom Zusammenkommen eines bauchbetonten Übergewichtes, veränderter Blutfettwerte, Bluthochdruck und einer Insulinresistenz.

Laut NCEP-ATP-III wird von einem Metabolischen Syndrom gesprochen, wenn mindestens drei der folgenden Punkte nachweisbar sind:

– Um das bauchbetonte Übergewicht einzuschätzen, wird der Taillenumfang gemessen. Dieser überschreitet bei Männern die 102 cm und bei Frauen die 88 cm. Als besonders ungünstig erweist sich das Fett im Bauchraum und an den inneren Organen.
– Um die Blutfettwerte zu bestimmen, wird nüchtern Blut entnommen. Bei Männern liegt das HDL-Cholesterin unter 40 mg/dl und bei Frauen unter 50 mg/dl. Der Grenzwert des Gesamtcholesterins, zum Vergleich, beträgt 240 mg/dl, dieser spielt bei der Definition des Metabolischen Syndrom jedoch eher eine untergeordnete Rolle.
– Die Triglyceride gehören ebenfalls zu den Blutfetten und liegen bei beiden Geschlechtern über 150 mg/dl.
– Ein Blutdruck über 130/85 mmHg, bei beiden Geschlechtern
– Ein Nüchternblutzucker über 110mg/dl oder ein vorhandener Diabetes mellitus Typ II

Body-Mass-Index (BMI)

Für die Bestimmung des bauchbetonten Übergewichtes wird speziell die Messung des Taillenumfanges genutzt. Das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße lässt sich durch den weltweit üblichen BMI ermitteln. Der Body-Mass-Index beschreibt das Sollgewicht und sagt aus, ob eine Person unter-, normal- oder übergewichtig ist bzw. wie stark sie übergewichtig ist.

Zur Berechnung des BMI gilt die Formel: BMI = Körpergewicht in kg geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in m. Bei der Auswertung des BMI müssen allerdings das Geschlecht und die verschiedenen Altersgruppen bedacht werden. BMI-Werte von 18,5 – 25 gelten als Normalgewicht, von 25 – 30 als Übergewicht, von 30 – 40 als deutliches Übergewicht (Adipositas), von über 40 als sehr starkes Übergewicht (massive Adipositas). BMI-Werte unter 18,5 bedeuten Untergewicht. Die genannten Werte können, abhängig vom Alter, etwas variieren.

Christa Windmüller

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