Metabolisches Syndrom

Informationen für Betroffene und Angehörige

Was ist das Metabolische Syndrom?

Beim Metabolischen Syndrom liegt keine eigenständige Erkrankung vor. Es bezeichnet vielmehr das gleichzeitige Auftreten verschiedener Symptome bzw. Krankheiten. Dies sind Übergewicht, veränderte Blutfettwerte, Bluthochdruck und ein gestörter Zuckerstoffwechsel. Da bereits jede einzelne der erwähnten Erkrankungen ein Risiko für das Gefäßsystem bedeutet, erhöht sich durch die Kombination dieser Erkrankungen die Wahrscheinlichkeit für Gefäßkomplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. So wird das Metabolische Syndrom auch „Tödliches Quartett“ genannt. Weitere Begriffe sind „Wohlstandskrankheit“ oder „Syndrom X“. Schätzungen zufolge entwickeln etwa ein Viertel der Deutschen im Laufe ihres Lebens ein Metabolisches Syndrom, wobei Männer und Frauen gleich häufig betroffen sind.

Die jeweiligen Erkrankungen und letztendlich das Metabolische Syndrom prägen sich i. d. R. langsam und über Jahre hinweg aus. Der Verlauf ist lange schmerz- und symptomlos, sodass die damit verbundenen Risiken oft nicht erkannt oder gar unterschätzt werden. Zudem können die einzelnen Erkrankungen zeitlich unabhängig voneinander entstehen. Beispielsweise kann ein vorhandenes Übergewicht ( Adipositas ) die Blutgefäße arteriosklerotisch verändern, während sich ein Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie) erst später offenbart und ebenfalls die Gefäße schädigt.

Übergewicht als Risiko

Insbesondere das bauchbetonte Übergewicht stellt wegen der Arterioskleroseneigung der Betroffenen eine Gefahr für die Gefäße dar. Menschen mit einem bauchbetonten Übergewicht entsprechen dem sog. Apfel-Typ. Davon unterscheidet sich der sog. Birnen-Typ, hier befinden sich die Problemzonen im Hüft- und Gesäßbereich. Der Birnen-Typ ist weniger gefährdet. Ein weiterer Faktor, der das Metabolische Syndrom ausmacht, sind die veränderten Blutfettwerte – die Triglyceride sind erhöht und das HDL-Cholesterin ist zu niedrig. Daneben besteht Bluthochdruck. Bei der Störung des Zuckerstoffwechsels handelt es sich um eine Insulinresistenz. Eine Insulinresistenz meint die verminderte Ansprechbarkeit der Zellen auf Insulin. Insulin wird in den sog. Langerhansschen Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet und senkt den Blutzuckerspiegel, indem es, vereinfacht gesagt, für die Aufnahme von Glukose (Traubenzucker) in die Zelle und die Verbrennung dort sorgt. Bei einer regelmäßig zu hohen Glukosekonzentration im Blut nimmt die Reaktion der Zellen auf Insulin ab. Mit der Zeit bildet sich Diabetes mellitus Typ II aus. Einen wesentlichen Einfluss auf eine Insulinresistenz haben Erbfaktoren und das bauchbetonte Übergewicht.

Sobald nun drei der vier beschriebenen Erkrankungen vorliegen, wird von einem Metabolischen Syndrom gesprochen. Alle Erkrankungen sind kardiovaskuläre Risikofaktoren, sie stellen ein Risiko für Herz und Gefäße dar. Die Folgen können Herzinfarkt, Schlaganfall, Koronare Herzkrankheit oder eine Arterielle Verschlusskrankheit der Beine sein. Darüber hinaus besteht eine Neigung zu Gicht, Fettleber, Gallensteinleiden, Blutgerinnungsstörungen, Eiweiß im Urin, erhöhten Entzündungsmarkern im Blut und degenerativen Gelenkerkrankungen. Zu den Ursachen dieser Erkrankungen bzw. des Metabolischen Syndroms zählt in erster Linie eine ungesunde Lebensweise mit einer Fehlernährung und Bewegungsmangel.

Christa Windmüller

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